Bundesweites Online-Turnier würdigt fast acht Jahrzehnte organisierte Bridge-Gemeinschaft in Deutschland. Tradition verbindet Generationen eben auch digital.

Frechen – Am 1. Februar 2026 feierte der Deutsche Bridge-Verband e.V. (DBV) mit seinem traditionellen Gründungsturnier das 77. Jahr seines Bestehens. Bridge-Spieler aus ganz Deutschland trafen sich auf der Online-Plattform RealBridge, um gemeinsam an den Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg zu erinnern und die verbindende Kraft des strategischen Kartenspiels zu feiern.

Von der Nachkriegszeit zur digitalen Gegenwart
Am 4. Februar 1949 wurde in Köln der „Westdeutsche Bridge-Verband“ gegründet, aus dem der heutige Deutsche Bridge-Verband hervorging. Bereits 1951 erfolgte die Aufnahme in die European Bridge League, und das erste Bridge Magazin erschien. Heute organisiert der DBV rund 17.000 Mitglieder in nahezu 400 Clubs, die sich auf 14 Regionalverbände verteilen. „77 Jahre sind mehr als ein Datum im Kalender", sagt DBV-Präsidentin Barbara Hanne. „Sie zeigen, dass Bridge Menschen verbindet, die sich nie begegnet wären. Unser Gründungsturnier ist jedes Jahr aufs Neue der Beweis: An den Tischen zählt nicht, woher jemand kommt oder wie alt er ist. Es zählt die gemeinsame Leidenschaft für strategisches Denken und fairen Wettbewerb."

Denksport mit Partnerschaft
Bridge ist seit 1998 vom Internationalen Olympischen Komitee als Sportart anerkannt und gehört zu den fünf Denksportarten der International Mind Sports Association. Was Bridge von Schach, Go oder Dame unterscheidet: Es ist der einzige Denksport, bei dem echte Partnerschaft im Wettbewerb entscheidend ist. Vier Spieler bilden zwei Teams, die gemeinsam strategisch denken, präzise kommunizieren und Vertrauen aufbauen müssen. Wissenschaftliche Studien belegen: Bridge trainiert Gedächtnis, Konzentration und logisches Denken. Die Kombination aus geistiger Herausforderung und sozialer Interaktion gilt als wirksame Demenzprävention. In den Niederlanden fördert die staatliche Initiative „Denken en Doen" gezielt das Bridge- Lernen, in Polen unterstützt das Programm „BRIDGE 60+" Bridge-Clubs für Senioren.

Bridge-Vereine als Begegnungsorte
Die DBV-Satzung verankert ausdrücklich den „kulturellen, sozialen und karitativen Austausch mit Menschen verschiedener Nationalität, Herkunft und Generation" als Kernauftrag. Diese Vision wird in den über 400 Clubs bundesweit gelebt. Ob Schüler, Studierende, Berufstätige oder Senioren: Am Bridge-Tisch zählt nur die gemeinsame Freude am strategischen Spiel. Der junge Nachwuchsspieler Bruno Dördelmann beschreibt seine Erfahrung so: „Es ist toll, dass wir uns zum Bridge aus ganz unterschiedlichen Orten zusammentun können und gemeinsam spielen. So lernt man neue Menschen kennen, verschiedenen Alters und sogar aus anderen Ländern."

Digitale Tradition seit der Pandemie
Die Online-Gründungsturniere haben sich seit 2020 als feste Tradition etabliert. Die Plattform RealBridge ermöglicht durch integriertes Video und Audio ein Spielerlebnis, das dem Präsenzspiel nahekommt. Mehr als 1.000 Bridge-Clubs weltweit nutzen heute die Plattform, die während des ersten Corona-Lockdowns in England entwickelt wurde. Das diesjährige 77. Gründungsturnier führte Spieler aus allen Teilen Deutschlands virtuell zusammen. Die Digitalisierung hat den Bridge-Sport demokratisiert: Unabhängig vom Wohnort können Mitglieder an Turnieren teilnehmen, mobilitätseingeschränkte Spieler finden Zugang, und viele Clubs berichten von neuen oder reaktivierten Mitgliedern.

Ausblick: Bridge für alle
Nach dem erfolgreichen Start des bundesweiten Aktionstags „Ja zu Bridge" im Oktober 2025 plant der DBV für den 1. Oktober 2026 eine noch größere Ausgabe. Bridge-Clubs in ganz Deutschland öffnen ihre Türen für Schnupperkurse und Informationsveranstaltungen.

„Bridge ist für alle da, unabhängig von Alter, Herkunft oder Vorkenntnissen", so Barbara Hanne. „Unser Gründungsturnier erinnert uns daran, dass wir seit 77 Jahren eine Gemeinschaft sind, die Menschen verbindet."

Über den Deutschen Bridge-Verband e.V.
Der Deutsche Bridge-Verband e.V. (DBV) ist die nationale Organisation für den Bridge-Sport in Deutschland. Der DBV vereint rund 17.000 organisierte Mitglieder in rund 400 Clubs, die sich auf 14 Regionalverbände verteilen. Damit erreicht der Verband etwa 35 Prozent der geschätzten 50.000 Bridge- Spieler in Deutschland. Mit Sitz in der Stadt Frechen vertritt der DBV die Interessen von Bridge-Spielern bundesweit und fördert die Verbreitung des strategischen Kartenspiels. Bridge ist seit 1998 vom IOC als Sportart anerkannt.

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Rouven Zietz

Rouven Zietz
Referent

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